EU Konto


EU fordert das Recht auf ein Konto gesetzlich festzuschreiben. In Deutschland haben sich die Banken und Sparkassen freiwillig dazu verpflichtet, das jeder Bürger ein Girokonto auf Guthabenbasis eröffnen kann. Doch in der Praxis sieht es häufig recht düster mit der Einhaltung dieser Verpflichtung aus. Vor allem Arbeitslose, Menschen, die überschuldet sind und Mittellose haben immer wieder Probleme damit ein Konto zu eröffnen. Europaweit geht man nach Schätzungen davon aus, dass dies bis zu 7 Millionen Menschen betrifft. Dabei kommt es in der heutigen Zeit immer mehr darauf an, das man auch bargeldlos zahlen kann. Wo genau die Gründe liegen, dass sich die Banken oftmals nicht an die selbst eingegangene Verpflichtung halten, kann niemand genau sagen.

Wenn man sich an die Banken mit der Bitte um Auskunft wendet, bekommt man allzu oft nur Ausflüchte zu hören. Je nachdem in welcher Stufe man nachfragt, reicht dies von das die Ablehnung ein Mitarbeiter selbstständig getroffen hat, oder das man eine Anweisung aus der Chefetage befolgt. Der "Schwarze Peter" wird also durch die Instanzen geschoben, ohne dass jemand wirklich verantwortlich sein will. Zum Schluss ist denjenigen welche ein Konto benötigen auch nicht viel geholfen. Ein Girokonto hat man deswegen auch nicht. In Deutschland bleibt zwar noch die Möglichkeit, das man eine Beschwerde bei der BAFIN, der Bankenaufsicht, einreicht, doch ob dies etwas bewirkt steht auf einem anderen Blatt.

Dieses Problem hat mittlerweile auch die Europäische Union erkannt und fordert, dass man das Recht auf ein Girokonto gesetzlich festschreibt. Damit will man die Banken dazu zwingen, auch den Menschen ein Girokonto auf Guthabenbasis zu geben, die man sonst abweisen würde. Natürlich sehen das die Banken etwas anders und verweisen darauf, dass die freiwillige Selbstverpflichtung eine Wirkung hätte, was die 2,1 Millionen Konten in Deutschland beweisen würden. Dennoch ist es meist ein Glücksspiel, das man eine Bank findet. Vor allem in ländlichen Gebieten, wo die Bankenauswahl nicht sehr hoch ist, kann dies zu einem Problem werden, wenn die örtliche Bank die Eröffnung eines Kontos verweigert. Durch Fahrtkosten zu der nächstgelegenen Bank, bei der man ein Konto erhalten würde, können weitere finanzielle Belastungen entstehen.

Doch auch wenn man ein Konto eröffnen konnte, hat man es bei den Banken nicht unbedingt einfach. Oftmals kommt man sich als "Kunde zweiter Klasse" vor, da man zum Beispiel bei weniger Leistung eine höhere Gebühr bezahlen muss, die mit dem Konto verbundene Karte nicht in vollem Maße nutzen kann oder Auszahlungen verzögert, weil diese erst geprüft werden müssten. Der Einfallsreichtum der Banken, wenn es darum geht, die Kunden loszuwerden, die in den Augen der Banker unrentabel sind, kennt dabei fast keine Grenzen.